Die fünf größten Schwächen eines verlierenden NL-Spielers (2)


  > 

Die fünf größten Schwächen eines verlierenden NL-Spielers (2)



Die fünf größten Schwächen eines verlierenden NL-Spielers (2)

Nr. 2: Schlechte Tisch- und Sitzplatzwahl

Tischwahl

Die Tischwahl ist ein extrem wichtiger und oft übersehener Aspekt beim erfolgreichen Pokerspiel. Es gibt ein uraltes Sprichwort:

“Wie würde es dem zehntbesten Spieler der Welt ergehen, wenn er nur mit den neun Spielern spielen würde, die besser sind als er?”

Erstes Tischwahl-Theorem

Die Fertigkeitsstufe eines Individuums ist irrelevant; um seine potentiellen Erträge zu maximieren, muss man sich an einen Tisch mit Spielern setzen, deren Fertigkeitsstufe geringer als die eigene ist.

Diesen ersten Gedanken weiter zu erkunden führt uns zu dem eigentlichen Prozess, einen Tisch zum Spielen auszuwählen Die meisten (wenn nicht sogar alle) Online-Pokersites haben bestimmte Tischwahlstatistiken in deren Lobby ausgehängt Diese beinhalten (üblicherweise):

1.Anzahl der Spieler
2.Prozentualer Anteil der Spieler, die den Flop sehen
3.Durchschnittliche Höhe des Potts (in $)
4.Anzahl der pro Stunde gespielten Hände

1. Anzahl der Spieler
Dies ist eine ziemlich bedeutende Kategorie. Alle Spieler fühlen sich entweder mehr oder weniger komfortabel, wenn sie an einem Tisch mit einer bestimmten Anzahl von Spielern spielen. In Einzelspielen findet man generell viele verschiedene Tischgrößen vor. Beispielsweise gibt es einige Sites, welche die gesamte Bandbreite von Spielen mit zehn Spielern bis hinunter zu Heads-Ups (Spielen mit zwei Spielern) anbieten. Andere Sites haben Tische mit maximal neun, sechs und fünf Spielern.

Die Anzahl der Spieler an einem Tisch beeinflusst viele Aspekte des Spiels. Der größte Effekt bezieht sich auf die generelle Lockerheit/Straffheit des Spiels. Allgemein gesagt gibt es mehr Bewegung, je weniger Spieler teilnehmen. An einem Tisch mit 2-3 Spielern wird das Spiel normalerweise viel lockerer sein als an einem Tisch mit 8-10 Spielern.

2. Prozentualer Anteil der Spieler, die den Flop sehen
Für diese Statistik wird die Anzahl der Spieler, die insgesamt an einem Tisch sitzen, genommen und durch die durchschnittliche Anzahl von Spielern dividiert, die nicht bereits vor dem Flop aussteigen. Diese Zahl gibt uns einen vernünftigen Eindruck davon, wie locker/straff die Spieler an einem bestimmten Tisch generell sind.

Diese Zahl kann deutlich variieren. An einem Tisch mit sechs Spielern wäre dieser ziemlich straff, wenn 25% der Spieler den Flop sehen würden; an einem Tisch mit zehn Spielern würde man diesen Wert jedoch als ziemlich locker betrachten.

3. Durchschnittliche Höhe des Potts (in $)
Dieser Ausdruck erklärt sich selbst. Diese Statistik zeigt den durchschnittlichen Betrag in Dollars, den jede einzelne Hand/jeder einzelne Pott über einen bestimmten Zeitraum erreicht hat.

Je höher der durchschnittliche Betrag des Potts für einen bestimmten Tisch ist, desto besser. In einem Spiel, in dem wir normalerweise gute bis sehr gute Hände spielen, ist es zwingend erforderlich, dass wir in der Lage sind, Werte aus schwächeren Gegenspielern herauszuziehen. Je höher der durchschnittliche Betrag des Potts, desto einfacher erscheint es, Werte aus unseren guten Starthänden herauszuholen.

4. Anzahl der pro Stunde gespielten Hände
Diese Statistik kann irreführend sein. Es gibt viele Arten, wie man über die Anzahl der pro Stunde gespielten Hände denken kann. Klar, je mehr Hände man spielt, desto eher kann man seine Einnahmen maximieren. Ein Tisch mit einem hohen Wert für die Anzahl der Hände pro Stunde kann jedoch bedeuten, dass dort sehr straff gespielt wird, was es schwierig macht, Profite herauszuholen. An Spielern mit maximal sechs Spielern sind 80 bis 100 Hände pro Stunde typisch, 55-70 an einem vollen Tisch, und 120+ in Spielen mit nur zwei oder drei Teilnehmern.

Da nun diese grundlegenden Tischwahlstatistiken definiert sind, ist es an der Zeit, die Statistiken derjenigen Tische zu benennen, an denen man spielen möchte Dies führt uns zu einem weiteren Theorem:

Zweites Tischwahl-Theorem

Die potentiellen Erträge sind direkt proportional zum Grad ihrer Ausnutzung jeder einzelnen Tischwahlstatistik.

Allgemein wird es bei der Verbesserung der eigenen Tischwahlfertigkeiten helfen, nach dem Folgenden Ausschau zu halten:

1. Hoher Anteil an Spielern, die den Flop sehen
25%+ an einem vollen Tisch
35%+ an einem Tisch mit maximal sechs Spielern

2. Hoher durchschnittlicher Pott (in $)
Dies ist ein willkürlicher Betrag, der beste Weg, den man bei der Tischwahl einschlagen kann, ist die Tische absteigend nach der Höhe des Potts zu sortieren, also vom größten zum kleinsten Pott. Die meisten Sites bieten dazu eine Sortierfunktion an, die es einem Spieler auf einfache Art und Weise erlaubt, die Tische mit dem höchsten durchschnittlichen Pott zu identifizieren.

3. Niedrige Anzahl der pro Stunde durchschnittlich gespielten Hände
Für diese Statistik einen niedrigen Wert zu haben, bedeutet typischerweise, dass viele Hände Flops und Showdowns sehen. Daraus kann man dann ableiten, dass an diesen Tischen wesentlich lockerer gespielt wird als an anderen, was es wesentlich erleichtert, Werte aus starken Händen herauszuholen.

Sitzwahl

Selbst nachdem ein Tisch ausgewählt ist, ist der Auswahlprozess bei weitem noch nicht abgeschlossen. Die Sitzwahl ist ein ebenso bedeutender Faktor. Den bestmöglichen Sitzplatz an einem Tisch zu bestimmen, ist manchmal – aber nicht immer – ein Prozess, in den man unmittelbar eintreten kann.

Manche Sites erlauben den Einsatz von Software zur Datengewinnung. Ultimate Bet, Absolute Poker, Full Tilt Poker und Party Poker sind einige derjenigen, bei denen man legal Daten schürfen kann. Solche Tools können dabei helfen, Tische mit schwachen Pokerspielern zu identifizieren. Diese Tools helfen außerdem dabei, Informationen über jeden Spieler zu erhalten, noch bevor man sich an einen Tisch setzt. Dies führt uns wiederum zu einem Theorem.

Drittes Tischwahl-Theorem

Beim Poker tendiert Geld dazu, nach links zu fließen Die potentiellen Gewinne eines Spielers sind direkt proportional zur Qualität der den Spieler umgebenden Gegenspieler.

Um dieses Theorem auszunutzen, muss man in der Lage sein, bestimmte Spielertypen zu identifizieren:

Nit
Der Nit spielt nur sehr wenige Hände und kämpft nicht um allzu viele Pötte. Deswegen ist es besser, wenn der Nit links von uns sitzt. Der Nit wird den Vorteil aufgrund seiner Position schon alleine deswegen nicht ausschöpfen, weil er in Position nicht genügend Hände spielt.

TAGG
Der TAGG setzt mehr und erhöht eventuell Continuation Bets, somit macht er einem das Leben etwas schwerer. Typischerweise kommt von einem TAGG kein substanzieller Geldbetrag.

LAGG
Der LAGG kann ein sehr lästiger Gegenspieler sein, da er normalerweise aggressiv ist und gleichzeitig eine starke Bandbreite spielt. Einen solchen Spieler zu seiner Linken zu haben, ist hart, da er eine weite Bandbreite in Position spielt und da wir aus dem Artikel der letzten Woche wissen, dass Position von entscheidender Bedeutung beim Pokerspiel sein kann.

Calling Station
Es ist toll, eine Calling Station als Spieler zu seiner Linken zu haben. Er/Sie wird nicht bluffen oder uns viel Ärger bereiten, und daher sind Value Bets der Schlüssel Value Bets gegen diesen Spielertyp sind keine Frage der Position. Es ist kein großes Problem, diesen Spieler zu unserer Linken zu haben, da sich dessen Bandbreite nicht substanziell verändert, wenn er in Position ist (verglichen mit dessen Bandbreite außer Position).

Maniac
Der Maniac ist jemand, gegen den zu spielen sehr hart sein, falls man kein Glück mit den Karten hat. Den Maniac sollte man generell zu seiner Rechten haben; aber in manchen Fällen ist es auch keine schlechte Sache, ihn zu seiner Linken zu haben. Diese Spieler in eine Falle zu locken, kann außer Position sehr einfach sein.

Die Frage ist nun, wo wir gerne sitzen würden, falls an einem Tisch jeweils ein Spieler jeden Typs sitzt? Nun kommen die Position sowie die Analyse dieser Spieltypen ins Spiel.

Nun, um unseren “perfekten” Sitzplatz zu errichten, hätten wir diese Spieler gerne wie folgt angeordnet:

Sitzplätze 1-6 von rechts nach links

Sitzplatz 1: Hero
Sitzplatz 2: Calling Station
Sitzplatz 3: Nit
Sitzplatz 4: TAGG
Sitzplatz 5: LAGG
Sitzplatz 6: Maniac

Hero würde in Position im Hinblick auf die beiden Spieler sein, die ihm am meisten Probleme bereiten, LAGG und Maniac. Außerdem kostet es Hero kaum Geld, die Position im Hinblick auf die beiden passiven Spieler, Nit und Calling Station, aufzugeben. TAGG kann gegenüber von Hero am Tisch sitzen; dort wird er nicht viel Schaden anrichten. Nit ist im Big Blind, wenn wir Geber sind, während Calling Station im Small Blind ist. Dies ist kritisch, um die Mindesteinsätze (Blinds) stehlen zu können; Hero möchte Calling Station nicht im Big Blind haben, wenn er sich die Freiheit nehmen möchte, die Mindesteinsätze zu stehlen.

Diesen einfachen Richtlinien zu folgen, kann die Gewinnrate eines Spielers deutlich verbessern, ohne dass dieser seine Fertigkeiten als Pokerspieler verbessert. Die Tisch- und Sitzwahl kann mit einem Heimvorteil im Sport verglichen werden. Ihre Fertigkeiten haben sich nicht verbessert, aber aufgrund des Platzes erhöht sich Ihre Gewinnrate.