Die fünf größten Schwächen eines verlierenden NL-Spielers (1)


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Die fünf größten Schwächen eines verlierenden NL-Spielers (1)



Die fünf größten Schwächen eines verlierenden NL-Spielers (1)

Nr. 1: Eine zu große Bandbreite außer Position spielen

Position ist das A und O beim Pokern. Viele haben wohl schon davon gehört, der Schlüsselfaktor ist jedoch zu verstehen, warum diese Wahrheit so fundamental ist. Die Position gibt uns einen Vorteil beim Poker, den wir anderweitig nicht erlangen können. Wir haben den Vorteil zusätzlicher Information. In einem Spiel mit unvollständigen Informationen (als welches Poker oft erachtet wird), erlaubt uns das Erlangen eines Informationsvorsprungs über unseren Gegenspieler, bessere Entscheidungen zu treffen. Die Position arbeitet in beiden Richtungen, und während wir jeden Pot gerne "in Position" (d.h. von einer guten Position aus) spielen würden, kommen Zeiten in denen wir gezwungen sind, Pötte "außer Position" (out of position, OOP) zu spielen.

Es gibt nicht wenige Hände, die in Position profitabel spielen aber außer Postion zu kleinen bis großen Verlierern werden. Das Verständnis für die folgenden Faktoren sollte dabei helfen, die richtige Bandbreite zu bestimmen, sowohl in als auch außer Position.

1. Pot-Kontrolle und Pot-Manipulation

In Pot-Limit und No Limit Spielen ist das Kontrollieren und/oder Manipulieren der Höhe des Pots ein Schlüsselfaktor um ein gewinnender Pokerspieler zu werden. Das perfekte Szenario wäre natürlich, große Pötte mit starken Händen und kleine Pötte mit schwachen Händen zu spielen. Die Position kann einfach genutzt werden, die Höhe des Pots zu kontrollieren, während er außer Position zu den falschen Zeiten außer Kontrolle gerät und sich aufbläht und dann wiederum mickrig klein bleibt, wenn wir stark sind. Am meisten profitieren mittel-starke Ein-Paar-Hände und Draws.

Hände, die gut in Position spielen, aber armselig außer Position sind Hände wie ATo, QJo, 67s, A5s und kleine und mittlere Pocket Pärchen. Solcherlei Hände florieren, wenn der Spieler die Höhe des Pots gemäß der stärke seiner Hand manipulieren kann.

2. Freie Karten

In Position zu sein, erlaubt es einem Spieler, "freie Karten" zu nehmen, wenn es die Situation erfordert. Eine freie Karte wird ergriffen, wenn sich ein Spieler in Position dazu entschließt, in einer gegebenen Runde (Flop/Turn) zu schieben anstatt zu setzen. Oftmals ist eine freie Karte die richtige Wahl, und der einzige Spieler mit dieser Möglichkeit ist derjenige, der in der jeweiligen Runde jeweils als Letzter an der Reihe ist. Das ist auch der Grund, warum Hände wie 67s oder A5s in Position wesentlich profitabler sind als außer Position. Nehmen wir als Beispiel 6s7s in Position zu halten und auf einem Flop von Qs 4s 3h einen Einsatz zu bringen. Ein Gegner außer Position geht den Einsatz auf dem Flop mit und schiebt dann den Turn. Auf dem Flop hatten wir eine sehr starke Hand, mit zwölf Karten im Deck, die uns entweder eine Straße oder einen Flush geben. Auf einem Jd Turn allerdings hat sich unsere Chance, den Flush oder die Straße zu machen, halbiert. Unsere Hand hat sich von „stark“ zu „mittel-stark“ geändert und erfordert nun einen kleineren Pot. Genau hier kommt die Position ins Spiel. Der Spieler außer Position wird für gewöhnlich den Turn schieben und erlaubt uns damit, den Pot aufzubauen, wenn unser Flush/Straße sich komplettieren oder aber den Turn auch zu schieben, die Höhe des Pots zu kontrollieren und eine „freie Karte“ zu bekommen, weil wir ja auf dem Turn nichts zahlen mussten um den River zu sehen.

3. Den maximalen Gewinn realisieren

Um Hände wie A5s profitablel zu spielen muss man in der Lage sein, in mehreren Runden auch mit mittelstarken Händen Einsätze für ihren Wert zu bringen. Eine Erhöhung außer Position mit A5s mitzugehen macht es extrem schwierig, nach dem Flop Einsätze für Wert zu bringen. Als Beispiel, wir haben A5s und der Spieler am Button erhöht, wir haben A5s im BB und gehen mit. Der Flop kommt Ad Jd 7h, Du checkst und Dein Gegner setzt 6bbs. Jetzt wird’s schwierig, Dein Gegner kann sicherlich eine extrem starke Hand wie JJ oder AJ halten oder eine mittelstarke wie AT. Er könnte auf einen Flush oder eine Strße spekulieren oder ein Hand so schwach wie 89o oder 56s halten. Dass Du außer Position bist, macht es Dir echt schwer, die Bandbreite seiner Hände zu bestimmen und nun dementsprechend zu handeln ist keine leichte Aufgabe. Du kqannst erhöhen, aber dann verlierst Du völlig die Kontrolle über die Höhe des Pots und Dein Gegner fährt nur mit Händen stärker als Deine fort. Wenn DU nur mitgehst, dann wirst Du meisten den Turn schieben und erlaubst damit Deinem Gegner, entweder erneut zu setzen oder aber eine freie Karte zu nehmen. Wenn Dein Gegner schiebt, dann wird die Riverkarte auch keine einfache Entscheidung. Wenn Du einen Einsatz bringst, so wird es schwierig von schwächeren Händen bezahlt zu werden und in der Realität gehen recht häufig sogar nur stärkere Hände mit, die auf dem Turn entschieden haben, Pot-Kontrolle zu spielen und zu schieben (Hände wie ATo).

Jetzt vergleiche das mit A5s in Position. Gegen viele Leute kannst Du mehrere Runden für Wert setzen*. Auf dem Ad Jd 7h Flop und wenn unser Gegner aus dem BB schiebt, kannst Du ohne Probleme eine Konti-Bet anspielen. Wenn der BB mitgeht, dann haben wir ein wenig Information extra. Höchstwahrscheinlich hätte er mit Händen wie AK oder AQ vor dem Flop erhöht und Hände wie AJ oder 77 hätten wohl den Flop erhöht. Der größte Teil seiner möglichen Hände sind also Draws und schwache Pärchen. Das erlaubt uns nun, auf dem Turn zu setzen um unsere Hand vor dem Draw zu schützen. Es erlaubt uns weiterhin, mit der besseren Hand einen weiteren Einsatz in die Mitte zu bekommen. Außer Position hätten wir uns da nicht so sicher sein können.

Das Verständnis hierfür sollte helfen, eine straffere Bandbreite außer Position und eine lockerere in Position zu bewahren. Die Fähigkeit, aus grenzwertigen Verliererhänden Gewinner zu machen, nur durch ein Anpassen der Position wird mit Sicherheit eines jeden Spielers Gewinnrate verbessern.

Schau Dir auch die restlichen Teile dieses Artikels an, das ist eine fünfteilige Serie!