Was bedeutet eigentlich dieses UIGEA Gesetz?
Vor Black Friday haben wahrscheinlich nur die wenigsten nicht US-Spieler gewusst, was hinter dem Kürzel UIGEA Gesetz überhaupt steht. Und auch heute können viele Pokerspieler nur bedingt etwas mit dem so genannten Unlawful Internet Gambling Enforcement Act anfangen. Dieser Artikel soll euch somit ein solides Basiswissen über das mit Abstand einflussreichste Gesetz auf die Onlinepokerbranche geben.
Das Gesetz wurde vor ziemlich genau fünf Jahren am 13. Oktober 2006 vom damaligen Präsidenten George W. Bush verabschiedet. Hintergrund war zum einen der enorm boomende Internet-Glücksspiel Markt zu diesem Zeitpunkt. Über die Jahre hinweg ist eine milliardenschwere Branche entstanden über deren Legalität und Rechtmäßigkeit in den USA auch heute noch große Unklarheit herrscht. Zum anderen ist der UIGEA dem SAFE Port Act angehängt und somit liegt zumindest die Vermutung nahe, dass damit auch potentielle Geldwäschemöglichkeiten für terroristische Vereinigungen unterbunden werden sollen.
Dieses Gesetz stellt jedoch nicht das eigentliche Zocken im Internet unter Strafe. Vielmehr ist es amerikanischen Kreditinstituten verboten Geld zwischen den im Ausland sitzenden Anbietern von Onlinecasino-Seiten und seinen amerikanischen Kunden zu transferieren. Darunter fallen auch die zum damaligen Zeitpunk noch in den USA operierenden reinen Onlinegeldinstitute wie Moneybookers oder Neteller. Theoretisch war es US-Bürgern vor Black Friday also sehr wohl erlaubt im Internet zu pokern oder Sportwetten zu platzieren. Aufgrund der Gesetzeslage hätte aber kein Spieler die dafür benötigten Geldmittel auf seinem Onlinekonto zur Verfügung haben dürfen.
Leider hat dieses Gesetz seinen Sinn ziemlich deutlich verfehlt. Schwammige und fehlende Definitionen anstatt klarer Richtlinien lassen beispielsweise eine eindeutige Anwendung auf die Onlinepokerbranche bis heute nicht zu. So ist zwar in dem Gesetz mehrfach von “Online Gambling” die Rede und es werden Ausnahmen wie Fantasy Sport, Online Lotterien und Pferderennen namentlich genannt, jedoch kommt der Begriff Poker nicht ein einziges Mal vor. Ohnehin ist es bis zum heutigen Tag unklar, ob es sich beim Pokern um ein reines Glücksspiel oder um ein Geschicklichkeitsspiel mit Glückspieleinfluss handelt. Kritiker sind der Meinung, dass die fehlende Begrifflichkeit beabsichtigt ist um eben auch die zum damaligen Zeitpunkt boomende Onlinepokerbranche zu verbieten.
Nach jahrelangem Hin und Her wurde das Gesetz schließlich Mitte 2010 tatsächlich umgesetzt. Dennoch dauerte es noch fast ein weiteres Jahr bis Onlinepokeranbieter wie PokerStars, Full Tilt Poker und Ultimate Bet endgültig in den USA verboten wurden. Dies zeigt unter anderem auch wie geschickt diese Anbieter beim Verschleiern finanzieller Transaktionen mit amerikanischen Staatsbürgern bis zu diesem Zeitpunkt waren. Mit der temporären Verbannung von Onlinepoker in den USA ist nun die nächste Phase eingeläutet. Onlinepokergegner werden alles daran setzen, dass Onlinepoker in den USA auch weiterhin nicht möglich ist wohingegen die Befürworter dies sogar als großen Schritt in die richtige Richtung sehen. Ihrer Meinung nach ist es nur so möglich Onlinepoker staatlich zu regulieren um so anschließend von den enormen Umsätzen in dieser Branche steuerlich zu profitieren.


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