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Zusammenfassung der Geschehnisse rund um Full Tilt Poker im Monat Oktober

Oktober 29, 2011 at 12:05 | Full Tilt Poker | Nein Kommentare » | Verfasst von:

Zwar gab es den gesamten Oktober über keine bahnbrechenden Neuigkeiten bezüglich des Skandals um die Onlinepokerseite Full Tilt Poker, dennoch sorgte der Skandal mit zahlreichen kleinen Meldungen durchaus für Aufsehen.

Nachdem das Pokernews-Portal Subject:Poker Ende September eine Meldung über aussichtsreiche Verhandlungen zwischen Full Tilt Poker und einer nicht namentlich genannten französischen Firmengruppe veröffentlichte, ist nun klar, dass es sich um eine Investorengruppe um den französischen Geschäftsmann Bernard Tapie handelt. Die Medien bezeichnet die Investorengruppe häufig auch als Groupe Bernard Tapie (kurz GBT). Nach übereinstimmenden Medienberichten gibt es eine provisorische Vereinbarung über den Verkauf von Full Tilt Poker mit all seinen Vermögenswerten an GBT. Der tatsächliche Verkauf ist jedoch an diverse Bedingungen geknüpft. So fordert GBT beispielsweise die unverzügliche Einstellung eines eigens benannten Chief Restructuring Officers (kurz CRO). Ein CRO ähnelt einem so genannten Krisenmanager hat aber im Gegensatz zu diesem auch die Aufgabe das Unternehmen neu zu strukturieren. Die Sondierungsgespräche dauern derzeit jedoch noch an. Des Weiteren wurde FTP Dividendenzahlungen und sonstige Vergütungen an Anteilseigner strikt untersagt. Weitere Bedingungen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.

Zudem sorgen zwei Anträge auf Klageabweisung derzeit für etwas Aufregung.  Mit Chad Elie und John Campos gehen erstmals zwei der im Kriminalfall um Black Friday namentlich genannten Personen in die Offensive. Chad Elie arbeitete in der Zahlungsabwicklung für alle drei angeklagten Unternehmen (PokerStars, Full Tilt Poker und Ultimate Bet) und ist in neun Punkten angeklagt, darunter vier UIGEA-Verstöße, drei Verstöße aufgrund des Betreibens eines illegalen Glücksspielsunternehmens sowie je eine Anklage wegen Geldwäsche und Betrugs. Das Vorgehen gegen die vier UIGEA-Verstöße (Unlawful Internet Gambling Enforcement Act) ist allseits bekannt. Elies Anwalt stellt erneut die Anwendung dieses Gesetzes auf Onlinepoker in Frage, da es sich bei Poker nicht um reines Glücksspiel handelt. Die drei Anklagepunkte wegen des Betreibens eines illegalen Glücksspielunternehmens sind laut Elies Anwalt hinfällig, da die momentane Gesetzessprechung viel zu vage ist und der Begriff Poker in keinem Zusammenhang ausdrücklich genannt wird. Somit entbehre die Geldwäscheanklage ebenfalls jeglicher Grundlage. Ein Betrugsfall liegt nicht vor, da Elies Handeln der Bank keinerlei Schaden zugefügt hat. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Die Bank hat von den Geschäften profitiert. Der zweite Antragsteller John Campos war stellvertretender Vorsitzender der SunFirst Bank in Utah, welche Zahlungsabwicklungen für PokerStars und Full Tilt Poker durchgeführt hat. Campos ist in sechs Punkten angeklagt und die Verteidigung argumentiert in nahezu identischer Weise. Weitere Informationen liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass speziell der Rechtssprechung UIGEA vs. Poker/Onlinepoker sehr großer Bedeutung zukommen wird.